Glossar

Die wichtigsten Fachbegriffe

 

Abfallrecht

Das Abfallrecht regelt die Behandlung, den Transport und die Entsorgung von Abfällen. Auf der Basis einer Verschärfung im Jahr 2001 überwacht die Regierung von Oberbayern Deponien und verlangt dabei eine weitestgehende Minimierung von Sickerwasser.

 

Asphaltbeton

Asphaltbeton ist ein definiertes Gemisch aus Splitten oder Kiesen mit Feinteilen als Füllermaterial, welches mit Bitumen als Bindemittel heiß gemischt wird. Dichtungen aus Asphaltbeton haben sich im Wasserbau (Pumpspeicherbecken, Kanäle) als zuverlässige und langzeitbeständige Systeme bewährt und werden auch im Bereich der Basisabdichtung von Deponien verwendet.

 

Basisabdichtung

Unter Basisabdichtung, die bei der Deponie Nord als Wanne mit einem umlaufenden Randdamm ausgebildet ist, versteht man im Deponiebau die Dichtung des Deponiekörpers nach unten zum Schutz des Bodens und des Grundwassers.

 

Bentokies

Bentokies ist ein Gemisch aus Bentonit, Kies, Tonmehl und Wasser. Als Baustoff eignet sich Bentokies für dauerhaft wasserdichte Abdeckungen, da er selbstheilende Eigenschaften besitzt. Treten etwa durch Bodenbewegungen Risse in einer solchen Schicht auf, so quillt Bentonit bei Wasserzutritt an dieser Stelle auf und dichtet sie wieder ab.

 

Bentonit

Bentonit ist ein in der Natur vorkommendes Tonmineralgemisch, das durch die Verwitterung vulkanischer Aschen entstanden ist. Es wird im Deponiebau allgemein als Dichtmaterial verwendet.

 

Cadmium

Cadmium ist ein Schwermetall, das unter anderem in Galvanisierungsbetrieben zum Einsatz kommt und über Industrieabwässer in Kläranlagen gelangt. Cadmium ist für den Menschen gesundheitsschädlich.

 

Deponieentwässerung

Durch die Abdeckung der Deponie dringt Niederschlagswasser in den Deponiekörper ein, das durch die Deponiepassage zu Sickerwasser wird. Am Boden der Deponie, der aus einer Wanne aus dichtem Asphaltbeton besteht, sammelt sich das Sickerwasser. Über ein Dränsystem wird die Deponie entwässert, da sich sonst das Sickerwasser aufstauen würde.

 

Dränrohr/Dränleitung

Ein Dränrohr ist ein gelochtes oder geschlitztes Rohr. Dadurch kann von außen Wasser in das Rohr eindringen. Es wird zur Entwässerung von Böden verwendet. Durch die Anordnung in Tiefpunkten kann es Wasser aus dem Boden aufnehmen, sammeln und ableiten.

 

Dränschicht

Eine Kiesschicht ohne Feinanteile. In dieser Schicht kann daher ein gewollter Wassertransport gezielt stattfinden.

 

Dränsystem

Unter Dränsystem versteht man im Deponiebau das gesamte Netz der Dränleitungen, welches das Sickerwasser sammelt und abführt.

 

Faulbehälter

Ein Faulbehälter ist in der Abwasserbehandlung ein Behälter, in dem beim eingebrachten Schlamm kontrollierte, anaerobe Abbauprozesse stattfinden. Dadurch entstehen unter anderem Faulgase wie Methan, das zur Erzeugung elektrischer Energie verwendet werden kann.

 

Flora und Fauna

Als Flora (auch Pflanzenwelt) wird der Bestand an Pflanzenarten einer bestimmten Region beziehungsweise die systematische Beschreibung ihrer Gesamtheit bezeichnet. Der Pflanzenwelt steht die Tierwelt oder Fauna gegenüber. Sie bezeichnet die Gesamtheit der Tierarten in einem Gebiet.

 

Geotextile

Geotextile sind durchlässige und teilweise extrem reißfeste Textile, die als Baustoff neben dem Deponiebau im Bereich des Tief-, Wasser- und Verkehrswegebaus verwendet werden. Sie bestehen aus natürlichen oder künstlichen Stoffen und werden zum Trennen, Dränen oder Filtern eingesetzt.

 

    Grünordnungskonzept Münchner Norden

Um die Deponien des Münchner Nordens aufzuwerten, verabschiedete der Stadtrat ein Grünordnungskonzept. Die Deponien sollten im Zuge der Rekultivierung das Bild einer Hügellandschaft abgeben, die einen harmonischen Übergang der Naturschutzgebiete der Isarauen und der Fröttmaninger Heide schafft.

 

Kalkausfällung

Das Sickerwasser im Deponiekörper enthält sehr viel gelösten Kalk, der beim Kontakt mit Luft (nämlich in den Dränrohren) massiv ausfällt und dort Ablagerungen, ähnlich wie Versinterungen in Tropfsteinhöhlen, bildet. Diese verstopfen mit der Zeit die Rohre, welche daher regelmäßig mit Hochdruckspülungen und chemischen Lösungen entfernt werden müssen.

 

Kapillarbrechende Schicht

Die kapillarbrechende Schicht (auch Rollierung genannt) bezeichnet eine mindestens 15 cm starke Kiesschicht unterhalb der Gründungssohle eines Bauwerkes. Die Gründungssohle wird damit vor aufsteigender (Kapillar-)Feuchtigkeit geschützt.

 

Klärwerk Gut Großlappen

Das Klärwerk Gut Großlappen ist seit 1926 in Betrieb und teilt sich die Aufgabe der Wasserreinigung mit dem zweiten Münchner Klärwerk Gut Marienhof. Beide Anlagen reinigen die Abwässer von 1,5 Millionen Einwohnern. Nach dem Durchlaufen der Klärwerke ist das Abwasser zu 99 Prozent gereinigt.

 

Klärschlamm

Klärschlamm besteht aus den Produkten, die bei der biologischen Abwasserbehandlung in den Faulbehältern entstehen. Zum einen sind das Feststoffinhalte des Abwassers, die andere Hälfte sind überschüssige, abgestorbene Kleinstlebewesen.

 

Klärschlammasche

Bei der Verbrennung von Klärschlamm entsteht Klärschlammasche. Diese eignet sich auch als Baustoff für die Trag- und Ausgleichsschicht und findet daher bei der Deponiesanierung Verwendung.

 

Magerrasen

Magerrasen bildet sich an nährstoffarmen Standorten. Seine Artenzusammensetzung ist geprägt von Kraut- und Halbstrauchpflanzen.

 

Nachsorgepflicht

Die Münchner Stadtentwässerung geht davon aus, dass die Deponie Nord etwa 30 Jahre der Nachsorge bedarf. Dies bedeutet, dass das noch im Deponiekörper befindliche Sickerwasser abzuführen und zu behandeln ist und damit das Dränsystem instand zu halten ist. Außerdem dient der Nachsorgezeitraum dem Nachweis, dass das eingebaute Dichtungssystem tatsächlich absolut dicht ist. Geplant ist, das Gelände anschließend aus der Nachsorgepflicht zu entlassen und als Naherholungsgebiet freizugeben.

 

Oberflächenabdeckung/Oberflächenabdichtung

Die Deponie Nord verfügte bisher über eine einfache, nicht wasserdichte Oberflächenabdeckung. Die neue Oberflächenabdichtung verhindert dank einer wasserundurchlässigen Schicht dauerhaft das Eindringen von Sickerwasser und wird langfristig die Entwässerung überflüssig machen. Im Gegensatz zu einer Oberflächenversiegelung schafft eine Oberflächenabdichtung durch eine darüber liegende Rekultivierungsschicht Flächen, welche bepflanzt bzw. von Pflanzen natürlich besiedelt werden können.

 

Planfeststellungsbeschluss

Die Planfeststellung ist ein besonderes Verwaltungsverfahren zur Genehmigung, das bei bestimmten Bauvorhaben anzuwenden ist. Im Unterschied zum gewöhnlichen Verwaltungsverfahren ist hierbei die Beteiligung von Bürgern vorgesehen, deren Belange durch das Vorhaben betroffen sind.

 

Rekultivierung

Unter Rekultivierung versteht man die Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere. Wichtig ist dabei vor allem die Entsiegelung des Bodens, also die Rückgängigmachung der Flächenversiegelung.

 

    Rekultivierungsschicht

Im Konzept einer langfristigen Deponieabdichtung spielt die darüber aufgebrachte Rekultivierungsschicht als Schutzdecke eine wichtige Rolle. Insbesondere ist dabei der Bewuchs mit tiefwurzelnden Bäumen zu beachten, um eine Beschädigung der darunter liegenden Oberflächenabdichtung auszuschließen. Durch eine drei Meter dicke Rekultivierungsschicht kann eine Schädigung der Abdichtung verhindert und der Pflegeaufwand auf das Entfernen von einigen wenigen Gehölzen, welche tiefer als drei Meter wurzeln, beschränkt werden.

 

Selbstheilung

Bentokies verfügt über eine selbstheilende Eigenschaft. Sollte eine derartige Oberflächenabdichtung Risse bekommen, so sorgt die quellende Eigenschaft des Materials dafür, dass sich solche Risse bei eindringendem Wasser wieder verschließen und damit weiterhin die Dichtheit erhalten bleibt.

 

Sickerwasser

Aufgrund der früheren Belastung der Münchner Abwässer mit Schwermetallen wie Cadmium ist der deponierte Klärschlamm teilweise stark schadstoffbelastet. Eindringendes Oberflächenwasser nimmt während der Deponiepassage diese Schadstoffe auf und sammelt sich am Deponieboden als Sickerwasser. Von dort wird es über das Dränsystem abgepumpt und im Klärwerk Großlappen gereinigt.

 

Sickerwasserrigole

Unter einer Sickerwasserrigole versteht man einen unterirdischen Graben, der mit Kies ausgefüllt ist, um einen gezielten Wassertransport zu ermöglichen. Eine Rigole hat damit eine ähnliche Funktion wie eine Dränleitung.

 

Tonmehl

Tonmehl findet bei der Abdichtung von Deponien Verwendung. Tonminerale funktionieren wie ein Schwamm und erhöhen die Wasserhaltefähigkeit des Bodens.