April 2011

Auflastaufschüttung

Die gefüllte Deponie mit einer Schütthöhe von teilweise bis zu 30 Metern dient als Baugrund für die neue Oberflächenabdeckung. Dieser Baugrund besteht aus einem Netz ehemaliger Deponiestraßen und den dazwischen liegenden Klärschlammfeldern. Da der neue Dichtungsaufbau im Vergleich zur bestehenden Abdeckung wesentlich dicker ist, erhöht sich damit auch die Belastung auf den Baugrund. Die Bereiche mit den weicheren Klärschlammfeldern werden dadurch stärker zusammengedrückt als die festeren Bereiche mit den Deponiestraßen. Um eine Funktionsbeeinträchtigung der neuen Dichtungsschicht im Übergangsbereich von festem zu weichem Baugrund zu vermeiden, wird in den betroffenen Bereichen eine Auflast in Form einer Bodenaufschüttung aufgebracht. Durch das Gewicht der Auflast werden die zu erwartenden unterschiedlichen Setzungen vorab erzeugt. Erst nach Abklingen der Setzungen, in der Regel nach einem halben Jahr, wird die Auflastschüttung entfernt und das entsprechende Areal für den Dichtungsaufbau freigegeben. Somit ist gewährleistet, dass durch die neue dickere Oberflächenabdeckung in diesen Übergangsbereichen keine kritischen Setzungsunterschiede auftreten können. An insgesamt drei Stellen im Deponiegelände werden diese Auflastschüttungen benötigt. Im fachtechnischen Ausdruck wird hier von Vorbelastungsflächen gesprochen (abgekürzt VB1, VB2 und VB3).


Bereitstellungsfläche

Diese bisher noch offene Fläche der Deponie wird planmäßig als letzter Bauabschnitt bearbeitet. Durch seine Lage innerhalb der Wanne der Basisabdichtung wird dieser Bereich als Lager- und Aufbereitungsfläche für alle Deponieersatzbaustoffe herangezogen. Hier werden alle zunächst nicht brauchbaren Materialien aus der rückgebauten, bestehenden Rekultivierungsschicht zwischengelagert und für den Aufbau der neuen Rekultivierungsschicht aufbereitet. In diesem Areal wird auch die laufend anfallende Klärschlammasche bis zu ihrem Einbau als Trag- und Ausgleichsschicht in der neuen Oberflächenabdeckung zwischengelagert.


Deponieersatzbaustoffe

In allen Bereichen des Schichtaufbaus der neuen Abdeckung kommen Erdbaustoffe zum Einsatz, deren technische Eigenschaften in einem Qualitätsmanagement-Plan genau definiert und vorgeschrieben sind. Da die neue Oberflächenabdichtung alles darunter Liegende zuverlässig verschließt, können unterhalb der eigentlichen Dichtungsschicht Baustoffe zum Einsatz kommen, die sonst anderweitig aufwändig entsorgt werden müssten. Dabei handelt es sich z.B. um verschmutztes Bodenmaterial aus Altlastbereichen, Bauschutt, Straßenaufbruchmaterial oder gebrauchten Gleisschotter. Nach einer für den jeweiligen Einsatz gezielten mechanischen Aufbereitung durch Brechen und Sieben können diese Deponieersatzbaustoffe unterhalb der Dichtungsschicht aufgebracht werden. Unter ökologischen und ökonomischen Aspekten ist die sichere Entsorgung und gleichzeitige Verwendung dieser Materialien als Baustoff in der Deponie eine sinnvolle Maßnahme.


Entwässerung

Ein zentrales Thema auf der Deponieerdbaustelle ist die sichere Entwässerung. Dabei muss zwischen unbelastetem und verunreinigtem Niederschlagswasser unterschieden werden. Unbelastetes Niederschlagswasser muss durch geeignete Maßnahmen auch während der Bauarbeiten ohne Vermischung zum Versickern gebracht werden. Nach Fertigstellung der Bauarbeiten wird dies durch die neue Oberflächenabdichtung gewährleistet. Die Entwässerung von verunreinigtem Niederschlagswasser während der Bauzeit wird durch eine Reihe von Maßnahmen sichergestellt: Die jeweiligen Baufelder werden mit Gräben und Rohren umgeben, in denen das verschmutzte Niederschlagswasser gesammelt wird. Über eine Ringdrainage wird es von dort aus über Schrägrohre in das durch die Deponie führende Dränsystem eingeleitet. Die Schrägrohre sind entlang der Böschung der Basisabdichtung am Rand der Deponie verlegt. An anderen Stellen wird das Wasser direkt der Sammelleitung außerhalb der Deponie zugeführt. In bestimmten Bereichen sind Sickerpackungen erforderlich, die bis zur Basisabdichtung auf der Deponiesohle reichen. Vorsorglich werden laufend Grundwasseruntersuchungen vorgenommen und die Wasserstände innerhalb der Deponie überprüft.


Externes Zwischenlager

Das externe Zwischenlager befindet sich außerhalb des eigentlichen Deponiegeländes. Der Randwall, der dieses Areal umgibt, besteht aus dem zuvor auf der Fläche abgeschobenen Oberboden. In diesem Bereich wird der von der Deponie abgetragene wertvolle Oberboden in Form von Humusmieten zwischengelagert und das Material für den späteren Unterbodenaufbau der Rekultivierungsschicht gesammelt. Außerdem lagern hier Wurzelstöcke, welche bei der späteren Rekultivierung Tieren als künstliche Bruthöhlen und Rückzugsorte dienen sollen. Auf diesem Gebiet befindet sich auch das Kiesgemisch und die Mischanlage zur Herstellung des Bentokieses. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird das Areal wieder der Ackerlandnutzung zugeführt.


Vegetationstestfeld

Außerhalb des eigentlichen Deponiegeländes befindet sich das Vegetationstestfeld. Die Rekultivierungsschicht innerhalb der Deponie wird drei Meter dick sein, obwohl die Deponieverordnung nur einen Meter Dicke vorschreibt. So wird sichergestellt, dass keinerlei Wurzelwerk die Dichtung gefährdet. Das Testfeld erhält exakt den gleichen Aufbau wie die gesamte Deponie oberhalb der Dichtungsschicht. Somit kann mit Hilfe des Vegetationstestfeldes außerhalb der Deponie im Verlauf der Jahre beobachtet werden, wie tief die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern tatsächlich in die Bodenschichten eindringen. Durch Testgrabungen kann somit während der Nachsorge laufend die Entwicklung der Durchwurzelung überprüft werden, ohne dass dafür in die Schichten innerhalb der Deponie eingegriffen werden muss. Ein Teil des Feldes wird mit denselben Gehölzen gepflanzt, wie innerhalb der Deponie geplant, ein weiterer Teil wird sich selbst überlassen, das heißt, die Vegetation siedelt sich hier natürlich an, z.B. durch Samenanflug oder durch die Verbreitung durch Tiere.