Juni 2016

Begrünung

Als letzter Arbeitsschritt erfolgt getrennt für jeden Bauabschnitt (BA) die Begrünung, nachdem zuvor plangemäß in Wald- und Wiesenbereichen 50 bzw. 20 cm Oberboden aufgetragen wurde. Die Bepflanzung in den Waldbereichen wird im Raster 1 x 1 m als Einzelbepflanzung gestaffelt und nach verschiedenen Größen vorgenommen. Sie folgt den Vorgaben des Pflanzplans, der die gesamte Deponie in sechs verschiedenen Pflanzkombinationen (Pflanzraster) erfasst. Die ausgeschriebenen Arbeiten beinhalten eine mehrjährige Pflege an die sich in späterer Zeit je nach Wachstum der Bäume und Sträucher Auslichtungsschnitte (sog. Läuterungsmaßnahmen) anschließen. Damit ergeben sich für die Waldbereiche die richtigen Abstände zwischen den jeweiligen Gehölzen. Die Wiesenbereiche erhalten Aussaat und werden in das städtische Mähprogramm aufgenommen.


Bereitstellungsfläche

Diese bisher noch offene Fläche der Deponie wird planmäßig als letzter Bauabschnitt bearbeitet. Durch seine Lage innerhalb der Wanne der Basisabdichtung wird dieser Bereich als Lager- und Aufbereitungsfläche für alle Deponieersatzbaustoffe herangezogen. Hier werden alle zunächst nicht brauchbaren Materialien aus der rückgebauten, bestehenden Rekultivierungsschicht zwischengelagert und für den Aufbau der neuen Rekultivierungsschicht aufbereitet. In diesem Areal wird auch die laufend anfallende Klärschlammasche bis zu ihrem Einbau als Trag- und Ausgleichsschicht in der neuen Oberflächenabdeckung zwischengelagert.


Entwässerung

Ein zentrales Thema auf der Deponieerdbaustelle ist die sichere Entwässerung. Dabei muss zwischen unbelastetem und verunreinigtem Niederschlagswasser unterschieden werden. Unbelastetes Niederschlagswasser muss durch geeignete Maßnahmen auch während der Bauarbeiten ohne Vermischung zum Versickern gebracht werden. Nach Fertigstellung der Bauarbeiten wird dies durch die neue Oberflächenabdichtung gewährleistet. Die Entwässerung von verunreinigtem Niederschlagswasser während der Bauzeit wird durch eine Reihe von Maßnahmen sichergestellt: Die jeweiligen Baufelder werden mit Gräben und Rohren umgeben, in denen das verschmutzte Niederschlagswasser gesammelt wird. Über eine Ringdrainage wird es von dort aus über Schrägrohre in das durch die Deponie führende Dränsystem eingeleitet. Die Schrägrohre sind entlang der Böschung der Basisabdichtung am Rand der Deponie verlegt. An anderen Stellen wird das Wasser direkt der Sammelleitung außerhalb der Deponie zugeführt. In bestimmten Bereichen sind Sickerpackungen erforderlich, die bis zur Basisabdichtung auf der Deponiesohle reichen. Vorsorglich werden laufend Grundwasseruntersuchungen vorgenommen und die Wasserstände innerhalb der Deponie überprüft.


Externes Zwischenlager

Das externe Zwischenlager befindet sich außerhalb des eigentlichen Deponiegeländes. Der Randwall, der dieses Areal umgibt, besteht aus dem zuvor auf der Fläche abgeschobenen Oberboden. In diesem Bereich wird der von der Deponie abgetragene wertvolle Oberboden in Form von Humusmieten zwischengelagert und das Material für den späteren Unterbodenaufbau der Rekultivierungsschicht gesammelt. Außerdem lagern hier Wurzelstöcke, welche bei der späteren Rekultivierung Tieren als künstliche Bruthöhlen und Rückzugsorte dienen sollen. Auf diesem Gebiet befindet sich auch das Kiesgemisch und die Mischanlage zur Herstellung des Bentokieses. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird das Areal wieder der Ackerlandnutzung zugeführt.


Schichtenaufbau

Damit sich in Zukunft kein verunreinigtes Sickerwasser mehr bildet, wird im Rahmen der Oberflächensanierung auf der gesamten Deponie über der neu profilierten Deponatoberfläche ein neuer Aufbau aufgebracht. Dieser besteht aus mehreren genau definierten Schichten mit einer Gesamtdicke von 4,3 Metern. Zentrales Element ist die 50 cm starke wasserdichte Schicht, die aus zwei Lagen Bentokies besteht. Die entscheidende Dichtwirkung geht dabei von Bentonit aus, ein in der Natur vorkommendes Tonmineralgemisch, das ausgezeichnete viskose Eigenschaften und eine hohe Quellfähigkeit besitzt. Mit Kies zu Bentokies vermischt entsteht ein wasserundurchlässiger Baustoff, der eventuelle Risse wiederverschließen und sogar Bodenbewegungen ausgleichen kann.


Vegetationstestfeld

Außerhalb des eigentlichen Deponiegeländes befindet sich das Vegetationstestfeld. Die Rekultivierungsschicht innerhalb der Deponie wird drei Meter dick sein, obwohl die Deponieverordnung nur einen Meter Dicke vorschreibt. So wird sichergestellt, dass keinerlei Wurzelwerk die Dichtung gefährdet. Das Testfeld erhält exakt den gleichen Aufbau wie die gesamte Deponie oberhalb der Dichtungsschicht. Somit kann mit Hilfe des Vegetationstestfeldes außerhalb der Deponie im Verlauf der Jahre beobachtet werden, wie tief die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern tatsächlich in die Bodenschichten eindringen. Durch Testgrabungen kann somit während der Nachsorge laufend die Entwicklung der Durchwurzelung überprüft werden, ohne dass dafür in die Schichten innerhalb der Deponie eingegriffen werden muss. Ein Teil des Feldes wird mit denselben Gehölzen gepflanzt, wie innerhalb der Deponie geplant, ein weiterer Teil wird sich selbst überlassen, das heißt, die Vegetation siedelt sich hier natürlich an, z.B. durch Samenanflug oder durch die Verbreitung durch Tiere.